Bayerischer Schützentag 2010 „Jugend das Thema“

Bayerischer Schützentag 2010 in der OberpfalzDer Waffenbesitz unserer Sportschützen ist laut Innenminster Joachim Herrmann einer Diskussion der Scheinheiligen ausgesetzt, welcher er sich nicht anschließen wird. Er bleibe weiterhin ein verlässlicher Partner des Schießsports.

Jedes Jahr treffen sich die Bayerischen Sportschützen zu ihrem Bayerischen Schützentag, dem höchsten Gremium des Verbandes, in einem anderen Regierungsbezirk.  2010 war die   Weltkulturerbestadt Regensburg Gastgeber. Da es in Regensburg kein entsprechendes Tagungslokal für das renommierte Treffen gab, fand die Veranstaltung im Leistungszentrum und Kaderstützpunkt Höhenhof des Schützenbezirks Oberpfalz in Obertraubling-Höhenhof statt. Wo sonst die Kaderschützen des Deutschen Schützenbundes und des Oberpfalzkaders trainieren, wurde am vergangenen Wochenende getagt. Das Organisationstalent der Oberpfälzer fand bei den Teilnehmern große Anerkennung; Bezirksschützenmeister Roland Roith und Gauschützenmeister Manfred Wimber verstanden es die internationalen Gäste und Teilnehmer zu beeindrucken.

Die Grußworte des Innenministers Joachim Herrmann beeindruckten die Delegierten zumal es sich als Vertreter der Bayerischen Staatsregierung über den Waffenbesitz der Sportschützen äußerte. Wörtlich meinte er: „Die Schützen sind kein Problem, Schützen sind seit Jahrhunderten ein Teil der inneren Sicherheit in unserem Land.“ So hatte laut Herrmann, nach den Siegen der Biathleten in Vancouver keiner in Deutschland Probleme mit dem Sportschießen. Es ist klar, dass man für olympische Siege auch irgendwie die Möglichkeiten zum Trainieren braucht, die nötigen Waffen und die notwendige Munition.“ Hier sieht man nach Herrmann die scheinheilige Diskussion mancher politischen Gruppierung und ihrer Funktionäre. Er habe bisher immer das gleiche gesagt und zu den Sportschützen gehalten, so wünschte er der Versammlung einen weiteren guten Verlauf und man möge doch ins Schwarze treffen und nicht auf die Schwarzen schießen.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Ehrungen“ wurde der langjährige Bezirkssportleiter Max Kappl (Regensburg), der an diesem Tag seinen 75. Geburtstag feiern durfte, zum Ehrenmitglied des Bayerischen Sportschützenbundes ernannt. In der Laudatio würdigte 2. Landesschützenmeister Jürgen Sostmeier  die Basisverbundenheit von Max Kappl und seine unbedingte Zuverlässigkeit. „Max Kappl hat“, so Sostmeier wörtlich, „ sein ganzes Leben den Sportschützen verschrieben.“ Ein nicht enden wollender Applaus und die Schar der Gratulanten zwang die Versammlung  eine Pause einzulegen, damit das neue Landes-Ehrenmitglied die Menge der Glückwünsche in gebührender Weise entgegennehmen konnte.

In den Rechenschaftsberichten der Verantwortlichen wurde immer wieder die Jugendarbeit angesprochen. Landesschützenmeister Wolfgang Kink wünscht sich sogar einen Pädagogischen Mitarbeiter in jedem Verein, der etwaige Auswüchse und Entwicklungen der Jugendlichen frühzeitig erkennen und entgegen treten könne. Mit einem Imagefilm, an dem  seit einem Jahr gearbeitet werde, hoffe er den angeblich schlechten Ruf der Schützen aufpolieren zu können. Landessportleiter Gerhard Furnier, der seinen Bericht nur in schriftlicher Form vorlegte, wurde in seinen Ausführungen schon wesentlich präziser. Er blickte in die Zukunft  und schloss sich den Vorstellungen des ehemaligen 2. Landesjugendleiters und derzeitigen amtierenden 1. Bezirksjugendleiters der Oberpfalz Roland Steger an. „Die Jugend ist die Zukunft des Verbandes, die Jugendarbeit muss bei den Schützen komplett umstrukturiert und auf völlig neue Beine gestellt werden, damit man in nicht zu ferner Zukunft noch leistungsfähig sein kann.“ Steger, den wir am Rand der Veranstaltung trafen, freute sich über den Jahresbericht des 1. Landessportleiters Furnier. Steger wörtlich: „Es scheint, dass meine Botschaft bei einem der qualifizierten Entscheider und Gestalter angekommen ist. In Gerhard Furnier hat die Jugend auf jeden Fall einen Mitstreiter gefunden, der über ausreichende Kompetenz verfügt, zukunftsweisende Maßnahmen einzuführen und umzusetzen.“ Im Bericht des 1. Schatzmeisters Erwin Talirsch wurde bereits ersichtlich, dass massive Investitionen in die Zukunft getätigt werden. Besonders hervorzuheben ist die Investition in einen Personenaufzug damit die Olympiaschießanlage in Garching Hochbrück endlich barrierefrei und somit auch behinderten Sportlern „dreidimensional“ zugänglich wird.

Zwischen den Berichten gab die Geschäftsführerin Beate Marschall bekannt, dass sie ihre berufliche Zukunft  nicht mehr beim Bayerischen Sportschützenbund sehe.

Wer die Bayerischen Sportschützen und den mächtigen Verband einmal kennen lernen möchte, ist zur Weltmeisterschaften im Sportschießen in München von 29. Juli bis 11.August recht herzlich eingeladen.