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Jugend spricht mit Jugendsprecher über… Schützenjugend

Beim Besuch auf der Deutschen Meisterschaft 2010 auf der Olympiaschießanlage in Garching Hochbrück trafen sich die beiden Kurzwaffenschützen Dr. Ing. Markus Bartram und der Oberpfälzer Bezirksjugendleiter Roland Steger zum informellen Gespräch. Als Kurzwaffenschütze im DSB hat Dr. Bartram bereits mehrere international Titel errungen und mehrere Rekorde inne. Grund des Treffens war das Engagement von Dr. Bartram bei Prolegal einer Interessengemeinschaft für Waffenbesitz.

Bildunterschrift:  links Dr. Ing. Markus Bartram von prolegal, rechts Roland Steger  Bezirksjugendleiter Oberpfalz im BSSB

links Dr. Ing. Markus Bartram von prolegal, rechts Roland Steger Bezirksjugendleiter Oberpfalz im BSSB

Steger: Dr. Bartram, bei der Deutschen Meisterschaft ist das beherrschende Thema „pro legal“. Wie ich erfahren habe handelt es sich dabei um eine Interessengemeinschaft, sie treten hier als der Ansprechpartner für Prolegal auf, für was steht Prolegal?

Dr. Bartram: In Deutschland sind immer mehr Menschen von einem völlig übertriebenen Waffengesetz betroffen.. So können Hausfrauen, die sich ein Küchenmesser kaufen unbedacht kriminell werden. Deswegen ist es jetzt wichtig, dass eine verbandsüberreifende Interessenvertretung wie prolegal die Überreglementierung wieder auf eine vernünftige Ebene bringt. Als Graswurzelbewegung setzen wir an der Basis an damit die Interessen aller Bürger vertreten werden.

Steger: Wie war das mit der Hausfrau?

Dr. Bartram: Nun, wenn Sie ein feststehendes Küchenmesser mit sagen wir 20 cm Klingenlänge erwerben und dies in einer Plastiktüte durch die Fußgängerzone tragen, machen Sie sich wegen des verbotenen Führens einer verbotenen Stichwaffe strafbar. Gar nicht aus zu denken wenn Sie damit versehentlich in eine Polizeikontrolle geraten, wie kürzlich ein Autofahrer der sein Fahrtenmesser schon seit Jahren in der Türablage seines Autos liegen hatte und sich jetzt vor Gericht verantworten soll.

Steger: Wen wollen Sie außer Hausfrauen und Auto fahrenden Pfadfindern noch vertreten?

Dr. Bartram: Sportschützen, Sammler, Waffensachverständige und Gutachter, das Sicherheitsgewerbe, Jäger, Reenactmentspieler, Messermacher, Büchsenmacher.

Steger: Warum brauchen diese Waffenbesitzer überhaupt eine Interessenvertretung?

Dr. Bartram: Wichtig und darauf lege ich sehr viel Wert, wir reden hier nicht von Waffenbesitzern im allgemeinen sondern von den Legalen Waffenbesitzern. Sprich von Bürgern die sich an die Gesetzlichen Vorgaben also an Recht und Ordnung halten.

Steger: Ja gut, Sie sind jetzt meiner Frage ausgewichen.

Dr. Bartram: Für eine ehrliche faire Diskussion in Deutschland ist es wichtig das die Leser des Interviews wissen das wir uns nur über den legalen Waffenbesitz von rechtschaffenen Bürgern unterhalten. Prolegal setzt sich für diese anständigen Leute ein und hält unseriösen Strippenziehern entgegen die uns auf den Pranger stellen wollen.

Steger: In den Medien kann man hören und lesen, ich zitiere: „Immer mehr Menschen werden Opfer eines missbräuchlichen Umgangs mit Schusswaffen.“ Ist da die Sorge der Bürger nicht berechtigt?

Dr. Bartram: Wir kennen diese Aussagen und wir wissen auch das die Gegner des legalen Waffenbesitzes solche Passagen immer wieder zitieren. Anhand von amtlichen Statistiken können wir belegen dass diese Aussage nicht der Wahrheit entspricht.

Steger: Von wegen, ganz Deutschland ist der Meinung das wir ein Problem mit Waffenbesitzern haben, sie brauchen ja nur die Presse zu verfolgen? Beim BSSB dreht man sogar einen Imagefilm um sich zu rechtfertigen.

Dr. Bartram: Wir Sportschützen sind von klein an zu Korrektheit und Ehrlichkeit erzogen, wir können uns durch das Privileg Waffen zu besitzen von Haus aus keine Lügen und schlampigen Handlungen leisten. Ich möchte mal ein Beispiel bringen: In München gingen gerade die Deutschen Meisterschaften zu Ende. Mit 5500 Teilnehmern in über 11.000 Starts nach dem Deutschen Turnfest die zweitgrößte Sportveranstaltung in Deutschland. Die Zahl der Starts liegt über der einer typischen Olympiade!. Und Trotzdem: Wir haben hier keine Security, weil wir diese nicht brauchen.

Steger: Ist ja klar, bei dieser Waffendichte dürft Hochbrück derzeit der sicherste Ort Deutschlands sein?

Dr. Bartram: Nein der Grund ist, ein anderer, bei den Sportschützen gibt es keine „Fouls“, Tätlichkeiten oder Trunkenbolde. Deswegen auch keine Hinausstellungen, wie sie bei allen anderen Sportarten alltäglich akzeptiert und toleriert werden. Bereits der kleinste Verstoß gegen die Sicherheitsbestimmungen kann bei den Sportschützen zu einem Ausschluss führen. Zu Recht ! Derzeit fühlen wir uns in der Öffentlichkeit schlecht behandelt, mit Prolegal setzen wir uns dagegen zur Wehr. Falsche Berichterstattungen und Halbwahrheiten wollen wir uns nicht mehr gefallen lassen. Ehrlich und aufrichtig wird Prolegal Lügner und Lügen entlarven wir werden diese beim Namen nennen und die Sachverhalte richtig stellen und dafür braucht es eben eine professionelle Interessenvertretung.

Steger: Erhalten sie dabei von den Landes Verbänden und dem DSB Unterstützung?

Dr. Bartram: Wir zählen dabei auf unsere Schützen und Sportler die ihr Heimatland mit Sport repräsentieren wollen. Diese Sportler kämpfen darum unser Land regional, national wie auch international darstellen zu dürfen. Stellen sie sich doch einmal eine Winterolympiade ohne unsere Biathleten oder Olympia ohne unser deutschen Sportschützen vor. Kaum vor zu stellen wie langweilig es ohne uns und unsere Sportwaffen wäre.

Steger: Eigenartig, während dieser Veranstaltungen werden die Schützen auch nicht kritisiert und unsere Athleten sind die Vorbilder der Nation. Das nur mal am Rande. Ich dachte bei meiner letzten Frage eigentlich mehr an die Unterstützung durch die Funktionäre. Prolegal ist wenn ich es richtig verstehe eine „Selbsthilfegruppe“ vor allem von Sportschützen und Jägern. Ich will es mal so ausdrücken, „Fühlen sich die legalen Waffenbesitzer durch ihre Verbände schlecht vertreten?“

Dr. Bartram: Das möchte ich so nicht formulieren: Gerade der DSB hat viel auf direkter politischer Schiene erreicht. Nur, wenn der Druck durch falsche Argumente unserer Gegner so groß werden sollte, dass unsere Freiheit beschnitten wird, dann können wir von der Basis aus Aktionen durchführe wie es ein DSB nicht kann. Als Interessenvertretung können wir selbstbewusster und zielgerichteter als ein Sportverband auftreten. Es könnte daher schon sein das uns der eine oder andere als Konkurrenz betrachtet, man wird jedoch sehr schnell erkennen das wir am gleichen Strang ziehen und die selben Interessen haben.

Steger: Sehr diplomatisch ausgedrückt, ihnen wollte doch ein dienstbeflissener Beamter die Verteilung von prolegal Flyern auf der Olympiaschießanlage verbieten?

Dr. Bartram: (lacht) Das war ein Missverständnis, dieser Funktionär wußte nur nicht das die Aktion von ganz oben genehmigt ist. Einige ältere Funktionäre hoffen immer noch, dass es nicht so schlimm kommen wird, wenn wir nur stillhalten. Die Geschichte hat uns gelehrt, was passieren kann, wenn alle wegschauen. Wir Schützen haben nichts zu verbergen bei uns ist hinschauen gewollt. Jeder Bürger ist von uns eingeladen sich in jedem Schützenhaus selber zu informieren um sich anschließend eine eigene Meinung zu bilden. Es wäre schön wenn wir viele Kritiker bei uns zur Meinungsbildung begrüßen könnten.

Steger: Wer darf denn alles bei prolegal als Mitglied mitmachen?

Dr. Bartram: ausschließlich natürliche Personen für 12 Euro im Jahr, Firmen dürfen uns gerne unterstützen. Wir vertreten jedoch die Interessen unserer Mitglieder , bei uns zählt der Mensch. Und: Jedes Mitglied bei uns zählt mehr als irgend ein Name auf einer Unterschriftenliste bei irgendeinem Aktionsbündnis. Deswegen brauchen wir wirklich die Hilfe von jedem legalen Waffenbesitzer. Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!

Steger: Und das wollen wir alle bestimmt nicht. In anderen Ländern gibt es professionelle Lobbyisten wie die NRA in den USA, die IWÖ in Österreich oder die ProTell in der Schweiz. Ist Prolegal die Lobby in Deutschland?

Dr. Bartram: Ja, es wurde auch höchste Zeit das wir uns organisieren weil Rhetorik und Methoden unserer Gegner immer unfairer werden. Als Beweis dafür, dass wir wahrgenommen werden kann ich mitteilen, dass wir im Sommer bereits in die Lobbyliste des Bundestages aufgenommen wurden. Dies hat meines Wissens nach bisher keine Organisation so schnell nach ihrer Gründung geschafft wie wir.

Steger: Herr Bartram, ich danke ihnen für das Interview und wünsche prolegal der Interessensgemeinschaft für Waffenbesitz e.V. viel Erfolg.

Dr. Bartram: Danke, dass ich Ihnen antworten durfte ich werde diese Wünsche meinen Kollegen und Mitstreitern ausrichten.

Steger: Und jetzt kommt noch der Werbeblock oder?

Dr. Bartram: Ja, werden Sie Mitglied bei prolegal nähere Informationen auf www.pro-legal.de oder bei uns unter info@pro-legal.de anfordern.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Dienstag, 7. September 2010 und wurde abgelegt unter "Allgemeines". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.


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